MV Grafenau
Jugend musiziert
Alle
Jahre wieder...
GRAFENAU - Auch dieses Jahr war es am 2. Advent soweit. Die Jugend des Musikverein Grafenau , angefangen bei den Kindern der Rhythmisch-Musikalischen-Früherziehung, bis hin zu den „Cracks" der Jugendkapelle, stellte der Öffentlichkeit Ihren momentanen Ausbildungsstand vor.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch ein kleines Blechbläserensemble der Aktiven unter Leitung von Toni Graf, unserem Trompeten-Ausbilder. Im Anschluss daran wurde von den Kindern der Rhythmisch-Musikalischen-Früherziehung zusammen mit den Blockflötenkindern eine kleine Weihnachtsgeschichte vorgespielt. Es ist jedes Jahr auf neue eine Freude, die Kinder (im Alter zwischen vier und ca. acht Jahren) bei diesem schon fast traditionellen Programmpunkt zu beobachten. Schon Wochen vorher werden Sie von unserer RMF-/Blockflötenlehrerin Ingrid Leser-Matthesius auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Engagiert und motiviert durch die Menge der Zuhörer leisten Sie in Ihren jungen Jahren schon beachtliches.
Dieses Jahr war auch unser Nikolaus(i) besonders nett zu den Kindern. Nur komischerweise scheinen die Schwaben inzwischen auch den Nordpol annektiert zu haben. Der süddeutsche „Slang" war beim besten Willen nicht zu überhören.
Darauf folgten die einzelnen Jugendlichen auf Ihren Blasinstrumenten. Dieses Jahr gab es ein paar ganz besondere Beiträge: In ein Klarinettensextett schlich sich ganz leise und heimlich eine Bassklarinette (gespielt von unserem Klarinetten-Ausbilder Lars Grabow) ein, die aus der kleinen Gruppe ein fast vollständiges Orchester machte. Durch solche Gruppen ist es leichter, ansprechende Literatur (für den Zuhörer) zu finden. Ganz besonders dann, wenn das Arrangement (Lemon Tree von Fools Garden ) von dem Ausbilder selbst ganz speziell auf diese Formation zugeschnitten und arrangiert wurde.
Die Flötistinnen stellten Ihre Vortragsstücke für die im April kommenden Lehrgänge des Blasmusikverbandes vor. Bei so schnellen Läufen, wie sie im Blasorchester eigentlich nur von dieser Instrumentengattung gespielt werden können, konnte einem schon ganz schön schwindelig werden. Stets hatte unsere Querflöten-Ausbilderin Liane Müller ein wachsames Auge auf ihre Zöglinge, um im Falle eines Falles helfend eingreifen zu können.
Danach waren die Schlagzeuger dran. Unterstützt von Ihrem Satzkollegen Simon Pleß, der schon bei den Aktiven des Musikverein Grafenau mitmischt, zeigten sie was so alles in einer "Schießbude" (Musikerjargon für kombiniertes Schlagzeug) steckt. Das Sie dabei von Ihrem Schlagzeug-Lehrer Kristofsky, der wegen Krankheit durch Simon vertreten wurde, hervorragend vorbereitet waren, war schon beim ersten Ertönen der Trommelschläge zu hören.
Die Trompeter, deren Ausbilder schon der oben erwähnte Toni Graf ist, zeigten auch mit Ihren Vorträgen ein eindruckvolles Niveau. Der jüngste Trompeter, mit acht Jahren, spielte Weihnachtslieder auf einer sogenannten Taschentrompete vor. Von der Stimmung her einer normalen Trompete gleich, ist sie aber durch eine spezielle Bauweise auch tauglich für zarte Kinderhände.
Als letzte Instrumentengruppe stellten sich die Posaunisten unter ihrem Lehrer Uwe (Django) Hödl vor. Druckvoll zeigten Sie mit anspruchvollen Passagen, dass eine Posaune nicht nur für Nachschläge geeignet ist.
Zum Abschluss der Instrumental
Vorträge spielten die Saxophone
auf. Es ist schon interessant, wie die „Kleinen" (zum Teil reichten Ihnen
die Instrumente bis knapp unters Knie) begeistert und ohne Scheu Ihre Instrumente
einsetzen.
Anschließend spiele
noch ein Saxophonquartett eine irische Weise vor. Zusätzlich zu den
schon im vorherigen Vortrag zu sehenden Saxophonen, mischte als Baßfundament
ein Baritonsaxophon mit. Die Saxophone werden bei uns übrigens durch
Rainer
Bauer, unseren Dirigenten, ausgebildet.
Anschließend standen Ehrungen bevor. Als Musiker im Blasmusikverband besucht man auch Lehrgänge. Sie sind in die Stufen D1 (Anfänger) bis D3 (sehr guter Fortgeschrittene) eingeteilt. Dort wird in einer einwöchigen Proben- und Theoriephase während der Osterferien all das erlernt, was einem das musikalische Leben leichter machen kann. Die diesjährigen Teilnehmer haben in den jeweiligen Stufen ein sehr gut bei der Abschlussprüfung erreicht, und liegen damit weit über dem Durchschnitt der Baden-Württembergischen Blaskapellen. Sie setzt sich zu jeweils 50% aus den Noten der theoretischen-, sowie der praktischen Prüfung zusammen. Als Auszeichnung für die bestandene Prüfung erhält der Musiker eine Anstecknadel in Bronze (D1), Silber (D2)und Gold (D3).
Im Jahr 2000 waren dies Verena Storz (D2), Raphael Pless (D1), Katja Zink (D1), Carolin Schuler (D1), Timo Roller (D1) und Clara Pless (D1)
Zum Schluss der Veranstaltung spielte das im April neu formierte (und nicht formatierte wie angekündigt) Jugendorchester unter unserem Gesamtdirigenten Rainer Bauer für unsere Gäste auf. Als erstes trugen Sie in hervorragender Weise eine Polka vor. meines Wissens die erste seit Ihrem Bestehen. Anschließend wurden die Zuhörer heftigst wachgerüttelt: Das Stück „Peter Gunn" zeigte auf, das selbst diese erst kurz bestehende Formation schon beachtliches Potential hat. Darauf folgte die Easy Pop Suite. Mit diesem Titel trat die Jugendkapelle dieses Jahr in Gärtringen beim Wertungsspiel des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg an. Nach nur 4 Monaten, in dieser Formation, konnten Sie die Wertungsjuroren schon von der Qualität der Jungmusiker überzeugen. Sie schnitten mit der Note sehr-gut bis gut ab. Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete die Jugendkapelle auf ganz besondere Art und Weise. Das Stück „Rock Trap" wurde vorgetragen. Aber jeder, der erwartete dass die Musiker Ihre Instrumente in die Hand nehmen würden, wurde eines besseren belehrt. Man kann auch Musik nur mit den Händen machen! Ein kompliziert ineinandergewobener Teppich aus Klatschrhythmen und ein paar weniger Perkussionsinstrumente (wer wird Carolin Schuler an der Pfeife je vergessen?) machten diesen Vortrag zu einem Erlebnis besonderer Art. Vor allem, wenn man bedenkt, wie schwer es für knapp 40 Musiker sein muss, verschiedene Rhythmen zu klatschen, selbst wenn der Nebensitzer etwas ganz anderes zu klatschen hat. Gerade dieses Stück hat, wenn man unserem Jugendleiter Matthias Schüller glauben darf, beim Probenwochenende vor 2 Wochen zu den komischsten Situationen und roten, warmen Händen geführt. Erst nachdem die Jugendkapelle eine Zugabe (eine Reprise des Rock Traps) gespielt, Verzeihung, ich meinte natürlich geklatscht hatte, durfte Sie die Bühne verlassen. Damit war auch das Ende der Veranstaltung erreicht.
Die Jugendkapelle des MVG,
die einzelnen Musiker, und auch unser Jugendleiter Matthias Schüller
möchten sich auf diesem Weg nochmals recht herzlich für Ihren
Besuch, sowie für die Ruhe während der einzelnen Vorträge,
bedanken. So ist es den einzelnen Musikern ein Leichtes sich auf Ihre Vortragsstücke
zu konzentrieren. Außerdem sind wir natürlich auch den Helfern
und den Kuchenspendern zu besonderem
Dank verpflichtet, da sie so eine Veranstaltung erst möglich
machen.
Außerdem möchte
ich mich ganz speziell bei den Mitgliedern des
Jugendausschusses, dem Jugendleiter
Matthias Schüller, sowie bei Bianca
Schneider (die die Pressearbeit im Jugendorchester mit mir koordiniert)
für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken.
Volker Poensgen
© MV Grafenau